Sonnenallergie

Dr. Emmanuel Laffitte

Dermatologische Klinik, HUG, Genf

Mai 13, 2021

Es ist bekannt, dass es Allergien gegen Erdnüsse, Pollen, Haustiere und vieles mehr gibt, aber es gibt eine Allergie, die etwas weniger verbreitet ist, und das ist die Sonnenallergie. Sie wird auch als Sonnenvergiftung bezeichnet und ist eine Reaktion des Immunsystems auf Sonnenlicht, die sich häufig in einem roten, juckenden Ausschlag äußert. Nur sehr wenige Menschen haben eine natürliche Reaktion darauf, meist wird sie durch einen anderen Faktor ausgelöst, z. B. durch verschiedene Arten von Medikamenten oder den Kontakt mit bestimmten Substanzen. Die meisten dieser Allergien lösen sich in relativ kurzer Zeit von selbst auf, und Sie können den Prozess sogar noch beschleunigen, indem Sie Hautbalsame oder Lotionen verwenden. Um einer Sonnenvergiftung vorzubeugen, ist es am besten, schützende Kleidung und Sonnenschutzmittel zu tragen und die Hauptsonnenstunden zu meiden.

Möchten Sie mehr wissen? Lesen Sie den Artikel von Dr. Emmanuel Laffitte weiter unten.

SONNENALLERGIE: UM WAS HANDELT ES SICH?

Bei der Sonnenallergie oder Lichtempfindlichkeit handelt es sich um eine anormale Reaktion der Haut auf Sonnenstrahlen, zumeist ultraviolette Strahlen. Es ist wichtig, zwischen den sogenannten exogenen (äusserlichen) und den sogenannten endogenen (innerlichen) Ursachen zu unterscheiden.

Die exogenen Ursachen entsprechen einer Lichtempfindlichkeit, die durch eine Substanz verursacht ist, die – wenn sie mit den ultravioletten Strahlen in Kontakt kommt – für die Haut toxisch wird oder eine Hautallergie hervorruft. Es kann sich um eine Substanz handeln, die auf die Haut aufgetragen wird, wie zum Beispiel den Saft bestimmter Früchte oder Gemüsearten (grüne Zitrone, Mango, Sellerie, Artischocke), um bestimmte Kosmetika (Parfums, Peru-Balsam) oder um entzündungshemmende Cremes. Es kann sich auch um Substanzen handeln, die eingenommen werden und die, wenn sie mit dem Blut in die Haut gelangen, eine durch die ultravioletten Strahlen vermittelte chemische Umwandlung durchmachen. Die durch diese Reaktion entstandenen Substanzen werden dann toxisch oder allergieauslösend für die Haut und die Reaktion findet auf den Hautzonen statt, die der Sonne ausgesetzt sind. Die wichtigsten sogenannten «photo- oder lichtsensibilisierenden» Substanzen gehören zu verschiedenen Arzneimittelklassen: bestimmte Antibiotika, nichtsteroidale Entzündungshemmer, Diuretika, bestimmte Sedativa und Antiepileptika.

Die endogenen Ursachen entsprechen Lichtsensibilisierungsreaktionen, ohne dass man eine exogene Ursache findet, oder aber Hautkrankheiten, die durch die Sonnenexposition verschlimmert werden. Man kann unterscheiden zwischen der sogenannten Lichtdermatitis, einer Art von Ekzem, das durch die Sonnenexposition ausgelöst wird, der Lichturtikaria, die einer Nesselreaktion entspricht, die nach Sonnenexposition auftritt. Es gibt zahlreiche weitere Ursachen, zum Beispiel bestimmte genetische Krankheiten, gewisse Autoimmunkrankheiten oder manche Lebererkrankungen, die eine Lichtempfindlichkeit verursachen können.

WELCHE SYMPTOME WEISEN AUF EINE SONNENALLERGIE HIN?

Es kann sich um eine juckende Reaktion handeln, die einem Ekzem ähnelt, manchmal um Nesselsucht oder in vielen schweren Fällen um eine intensive Reaktion, die einem Sonnenbrand ähnelt und mit einem Erythem (Rötung) und manchmal mit Blasenbildung verbunden ist. Betroffen sind die Hautbereiche, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, das heisst das Gesicht (im Allgemeinen ist die Haut unter dem Kinn nicht betroffen) und je nach Bekleidung das Decolleté, die Handrücken und die Arme, manchmal die Beine. Im Fall der Lichtdermatitis manifestieren sich die häufigsten gutartigen Formen als eine Rötung mit Jucken, die bei den ersten Sonnenexpositionen auftritt und mit zunehmender Bräunung der Haut verschwindet.

WELCHE UNTERSUCHUNGEN SIND IM FALL EINER SONNEN-ALLERGIE ANGERATEN?

Im Fall einer anomalen Reaktion auf die Sonne muss man seinen Hausarzt oder einen Hautarzt konsultieren um sicherzustellen, dass keine exogene Ursache vorliegt, das heisst, dass weder eine auf die Haut aufgetragene Substanz noch ein innerlich eingenommenes Arzneimittel verantwortlich ist, und man sollte eventuell nach einer innerlichen Ursache forschen.

WIE WIRD DIE SONNENALLERGIE BEHANDELT?

Die Behandlung ist vor allem vorbeugend: Vor der Sonnenexposition keine Risikosubstanzen auf die Haut auftragen (insbesondere keine Parfums, Kosmetika, entzündungshemmenden Cremes). Überdies ist bei Einnahme eines photosensibilisierenden Medikaments (dies mit dem Arzt abklären) eine Sonnenexposition zu vermeiden.

Bei bestehender Lichtempfindlichkeit kann eine sehr allmähliche Sonnenexposition unter Anwendung von Sonnenpräparaten mit hohem Schutzfaktor das Auftreten manchmal verhindern. In bestimmten Fällen kann eine Sonnen-Desensibilisierung unter hautärztlicher Kontrolle versucht werden.

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